Bisheriger Vorstand des BVP
Neu gewählter Vorstand des BVP
Kirchenkabarett m. Ulrike Böhmer
Gottesdienst m. Bischof Dr. Gebhard Fürst im Dom
 
 

Jubiläumsreise nach Siena

Wallfahrerwünsche

Darf ich Dir lieber Gott anlässlich dieser Wallfahrt
meine vielen Wünsche vorbringen, samt dem Versprechen,
in Zukunft mein Bestes zu tun?
Darf ich dir auch sagen, was ich gerne von dieser Wallfahrt mit nachhause nehmen würde?

Lieber Gott:

Ich hätte gerne einen neuen Kopf.
Mit diesem hier wollte ich schon so oft durch die Wand;
ich habe ihn in schweren Zeiten unschön hängen lassen
und zwischendurch habe ich ihn auch einige Male verloren.

Schenk mir dann auch bitte neue Augen.
Zurzeit verliere ich so viele Dinge aus dem Auge.
Ich sehe oft alles schwarz-weiß. Gerne sähe ich alles wieder in Farbe.

Vielleicht hast du für mich auch noch eine neue Nase:
Meine habe ich vor so vielem gerümpft;
ich stecke sie auch überall hinein, wo es nicht sein müsste.

Eine andere Zunge käme mir auch ganz gut zustatten!
Die ich jetzt habe, ist bereits ein wenig scharf geworden,
sie redet zuviel und kritisiert auch gern.
Zwischendurch spreche ich auch schnell mal zweideutig.

Selbst neue Ohren könnte ich brauchen.
Ich stecke über beide in Arbeit und Sorgen.
Das eine Ohr klingt vom Tratsch um mich herum;
das andere ist fast taub; es hört wenig Gutes und Fröhliches.
Ich möchte gerne wieder ruhig schlafen können.

Und dann meine Zähne, lieber Gott.
Ich mußte sie zu oft zusammenbeißen.
Ich habe sie auch des Öfteren gezeigt.
Manchmal stehen zu viele Haare darauf und manchmal zu wenige.

Und dann zum Schluss, lieber Gott, mein Mund!
In letzter Zeit habe ich so einen großen Mund.
Ich nehme ihn schnell zu voll.
Er hat das Singen und Pfeifen  verlernt und er schweigt,
wenn er sprechen sollte.
Gib mir einen etwas kleineren, der wieder herzlich lachen kann.

Und dann, ja, wenn ich noch um eine ganz kleine Zugabe bitten darf,
sorg dann bitte auch noch für neue Ellenbogen.
Ich habe so fest damit gearbeitet und gestoßen.
Ich habe beinahe keine mehr.

Ich danke dir sehr, lieber Gott!
In Vorfreude erwarte ich von dir beschenkt zu werden.

Nach G. de Vooght

Toskana

Toskana, Land im Sonnenschein
bei dir sitzt man gerne bei einem Glas Wein
Das Land das ist so wunderschön
dort möchst du gern spazieren gehen
 
Man hat den weiten Blick ins Land
und liegt so gerne an dem Strand
Toskana, Land du bist so fein
da fällt es schwer, wenn du musst heim
 
Toskana, Land mit weiter Sicht
kennst du die Toskana nicht
so solltest du doch bald erstreben,
Toskana beim Besuch erleben
Toskana einmal selbst gesehen
dann willst du sie gerne wieder sehen
 
Autor: © Gerhard Ledwina (*1949)
(Nr. 272 aus Band 7)

Berichte, Gedanken, Eindrücke...

Reisebericht Siena  11.-18.10.2015

Dank dem Jubiläum "25 Jahre Berufsverband der Pfarramtssekretärinnen der Diözese Rottenburg-Stuttgart" konnte ich erstmalig die Toskana besuchen. Ziel ist Siena, die Heimatstadt der Hl. Katharina. Die Hl. Katharina ist nicht nur die Schutzheilige Sienas und ganz Italiens, sondern auch Patronin unseres Berufsverbandes.

Wir sind eine Gruppe von 36 Frauen, der Großteil Pfarramtssekretärinnen. Manche sind mir schon von den Tagungen des BVP bekannt, manche sind mir noch fremd. Die Reiseleitung haben Gabriela Dörflinger vom Vorstand des BVP und Cäcilia Branz (Geistliche Begleitung). Einziger Mann ist unser Toskana erfahrener Busfahrer Werner Bodenmüller. Die lange Busfahrt ist unterbrochen von kurzen und längeren Pausen, in denen wir uns alle schon etwas näher kommen. Unsere Reiseleitung versteht es, uns mit Morgenandachten, Liedern, Texten, Gedichten und Informationen auf unser Ziel einzustimmen.
Die Schönheit der weiten Landschaft mit den sanft geschwungenen Hügeln öffnet mir das Herz. Ich erfreue mich an den Zypressenalleen, die zu zauberhaften alten Weingütern führen und an Olivenhainen, deren Früchte hier noch von Hand gepflückt werden. Zwischendurch sehe ich noch Pinienbäume, die mit einem geöffneten Regenschirm vergleichbar sind und aus deren Holz eines der Wahrzeichen, der Pinoccio, geschnitzt wurde. Die fruchtbaren Weinberge lassen mich daran denken, dass wir am Ende der Reise Weine des Chianti-Gebietes verkosten werden.
Valentina ist unsere erste Stadtführerin in Siena, der Stadt die auf drei Hügeln erbaut wurde. Wir besuchen die mächtige Backstein-Basilika San Domenico, in deren Altartabernakel die Kopfreliquie der "Caterina" aufbewahrt ist. Auch im Geburtshaus der Hl. Katherina  erfahren wir viel über das Leben und Wirken dieser starken Frau. Zu Mittag verweilten wir bei Sonnenschein auf dem Piazza del Campo, dort wird zweimal im Jahr das härteste und kürzeste Pferderennen der Welt ausgetragen. Am Nachmittag werden wir durch den imposanten Dom von Siena geführt. Zu dieser Jahreszeit kann man den einzigartigen Marmorfußboden mit 56 mosaikartig gestalteten Bildern betrachten.
Nach so viel interessant und fundiert vorgetragener Stadt-, Kunst- und Kirchengeschichte stärken wir uns im traditionsreichen Caffé Nannini mit leckerem Cappuccino und typisch italienischem Gebäck.
Abends erwartet uns im Hotel ein schmackhaftes Menü und ein äußerst lustiger italienischer Ober.
Cäcilia Branz beendet gemeinsam mit uns den Tag auf der Dachterasse durch Singen, Gebet und Reflektion des Tages. Die vielen Eindrücke haben mich müde gemacht, andere gehen noch auf einen "Absacker" in die Bar.
In den folgenden Tagen führen uns weitere Reiseleiterinnen durch sehr unterschiedliche Orte. Wir bewundern die verschiedensten Stile und Baumaterialien von Abteien, Klöster, Domkirchen, Baptisterien und lassen uns beeindrucken von den Malern die wunderbare Kreuzgänge und Gemälde erschaffen haben. Zwischendurch bleibt natürlich auch Zeit, um einen Caffé in einer gemütlichen Bar zu trinken und beim Bummeln regionale Waren zu erstehen.
Unterwegs kommen wir immer wieder miteinander ins Gespräch und es findet reger Austausch - natürlich auch über dienstliche Belange - statt. Es macht viel Freude, in dieser harmonischen Gemeinschaft unterwegs zu sein. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich an dieser Reise teilnehmen konnte. Nach dieser Woche fühle ich mich bereichert und gestärkt für das, was mich im Alltag erwartet - dazu hat das Kennenlernen unserer Patronin auch sehr beigetragen.
DANK an alle, die diese Reise vorbereitet und begleitet haben.
Bettina Christl, Stuttgart-Bad Cannstatt

Ingrid Kleiner
Gedanken, Eindrücke einer nicht alltäglichen Reise

Weil es nämlich nicht nur eine Reise war, sondern eine Wallfahrt.
Lt. Wikipedia ist eine Wallfahrt (peregrinatio religiosa, von wallen, in eine bestimmte Richtung ziehen, fahren, unterwegs sein) eine Reise, bei der am Ziel eine Pilgerstätte besucht wird. Sie kann unternommen werden, um ein religiöses Gebot oder ein Gelübde zu erfüllen, und wird auch als Pilgerreise, Pilgerfahrt, Betfahrt und im Islam als Haddsch oder Ziyāra bezeichnet. Bei einer Wallfahrt steht nicht der Weg, sondern das Ziel im Vordergrund, während bei einer Prozession der Vorgang des Schreitens, oft als Um-Schreiten, im Mittelpunkt steht.
Im Mittelalter etablierte sich die christliche Wallfahrt als ein Glaubenszeugnis, insbesondere weil die Wege zu den Wallfahrtsorten oft weit, mühsam und möglicherweise gefährlich waren.
Aber auch, wenn eine Wallfahrt heute nicht gefährlicher als eine „normale“ Reise ist, dann kann man was erzählen:
Für mich zum Beispiel sind erste Eindrücke von Städten, wie erste Eindrücke von Menschen – innerhalb von Sekunden wirkt die Stadt  (vielleicht laut, modern, heimelig, hektisch…) und dieser Eindruck bleibt im Gedächtnis haften.
Vor acht Jahren habe ich schon einmal die großen Domstädten der Toscana besucht und war gespannt, ob ich auch dieses Mal in ganz anderem Umfeld wieder so empfinden würde:
Siena: filigraner Dom mit beeindruckender Architektur in den einen der drei Hügel gebaut, genial die Lage des Campo, fröhlich, sonnig, interessant, wild und etwas verrückt – das Pferderennen zu Ehren der Hl. Muttergottes – Eindruck voll bestätigt!!!
Florenz: sehr viel Tourismus, Mode und Geld, sehr viel Kunst, auch Pracht und vor allem Ehrfurcht vor den Werken der alten Meister, eine mondäne Stadt- auch ohne Skyline, dafür mit Ponte vecchio und großer Vergangenheit
Herr Bodenmüller erweitert diesen Eindruck – Florenz von oben wirkt leicht und fröhlich
Pisa: Hier ist mir definitiv die Pracht zu viel, aber im Babtistorium – ein ton bleibt – nicht mit dem Handy festzuhalten, aber im Herzen.
Eine Wallfahrt braucht geistliche Begleitung. Und wir bekamen sie in Form von Andachten, Gebeten, Liedern, sehr anspruchsvollen Impulsen und Tagesreflektionen auf der Dachterrasse des Hotels von Cäcilia Branz. Vieles haben wir über Catherina von Siena gehört, schwierig heute zu verstehen, aber Cäcilia hat es geschafft immer wieder einen Beziehungsbogen zwischen Catherina und uns zu schlagen. Was ich ganz bestimmt nicht mehr vergessen werde, ist die von Catherina praktizierte Möglichkeit, sich in einen inneren Raum zurückziehen zu können und dort versuchen, Gottes Gegenwart zu erspüren (Rückzug in Kirchen, Rückzug im Straßengewimmel).
Wer Lust auf mehr hat, kann u.a. nachlesen bei Marianne Schlosser: Titel??????????
•    Viele, viele Kirchen galt es zu besichtigen – sehr unterschiedliche Es gibt Tage, da sind zwei schon zu viel. Und dann – quasi als Notlösung, weil ich keine Lust zum Shoppen mehr habe: die schönste Kirche der Reise –die Kollegiatkirche mit den wunderschönen Fresken in San Gimignano (das Manhattan des Mittelalters!)
•    Orte der Ruhe und fast spürbare Präsenz von Heiligen wie in La Celle bei Franz von Assisi.
•    Die nicht immer nachvollziehbare Bedeutung und Geschichte der Reliquien: Kopf und Finger von Catherina von Siena, die ausgestellten Körper der hl. Zita, die hl. Fina…..
•    Stille, Gebet, Lieder, Fröhlichkeit, Ausgelassenheit, Gemeinschaft, Zweisamkeit, Shopping, Weinprobe, Essen und Gebräuche, un café = Espresso…
Komische Situationen, wie Feueralarm in der Toilette im Bus, ein vibrierender Rucksack
•    Wie kommt der Pinocchio in die Toscana? – Die Abenteuer eines Holzkaspers?
•    Wie ist das mit der Qualität der Chiantiweine, oder ist es doch eher ein Fiasko???
Und übrigens kennen Sie noch die Geschichte von Daniel in der Löwengrube oder die sieben Todsünden(Zorn, Neid, Hochmut, Trägheit, Habgier, Völlerei, Wolllust), bzw. die Kardinalstugenden (Gerechtigkeit, Mäßigung, Tapferkeit, Weisheit) oder die 7 Werke der Barmherzigkeit (Hungernde speisen, Durstige tränken, Obdachlose beherbergen, Kranke besuchen /pflegen, Tote begraben, Gefangene besuchen, Nackte bekleiden). Dies sind nur zwei Beispiele, wie religiöse/theologische/kirchliche Gespräche sich entwickelten aus Betrachtungen von Bildern, bzw. Fresken in verschiedenen Kirchen.
Wenn Pfarramtssekretärinnen unterwegs sind, ist einfach alles möglich. Vielen Dank, euch allen, die ihr dabei wart, ganz besonderen Dank dir, liebe Gabriela und liebe Cäcilia, die ihr mit so viel Liebe und Mühe diese „Wallfahrt“ vorbereitet habt.

Monika Wolking
Gedanken zu Siena:

Für meine erste Reise in die Toskana war ich von der landschaftlichen Vielfalt sehr beeindruckt. Begeistert war ich von der Stadt Siena, die mir trotz der vielen Menschen nicht hektisch vorkam. Selbstverständlich und einfach genoss ich das Mittagessen – tolle Pizza aus der Hand – mit lieben anderen Mitreisenden. Zum Nachtisch gab es ein leckeres Eis. Wir saßen mitten auf der Piazza del Campo vor dem Palazzo Publico. Das sonnige Wetter gab die Krönung dazu…..

Petra Huber: die persönliche Chronologie der Reise
Montag, 12.10.15 – Stadtführung in Siena
-    Die Dominikanerkirche
-    Der wunderschöne Dom – sehr beeindruckend
-    Die Reliquien der Catharina von Siena: der Kopf und ein Finger sind im dom aufbewahrt; die anderen Körperteile wurden verkauft (sehr makaber)
-    Das wunderschöne Chorgestühl im Dom mit den intarsienarbeiten
-    Zum Mittagessen Pizzaschnitten auf dem Plaza del Campo bei strahlendem sonnenschein
-    Die verschiedenen Brunnen
-    Die Stelle, an der Jesus Catarina erschienen ist

Dienstag, 13.10.15
-    Dace, unsere Reiseleiterin mit dem schwedischen Vornamen
-    Die Abtei Monte Oliveto Maggiore
-    Der heilige Bernhard von Nursia
-    Die wunderschönen Fresken mit Geschichten seines Lebens
-    Die Bibliothek mit den alten Schriften und dem schönen Intarsienschrank
-    Die Festung Montalcino – das Städtchen auf dem Hügel mit den einladenden Geschäften und dem alten Café aus dem 19. Jhd.
-    Das wunderschöne Orciatal – Kulisse für Filme
-    Die schöne Kirche in der Abtei  Sant Antimo – einfach, schlicht, aber durch die runden Formen und die Farbe der Steinehat sie eine wohltuende Wärme auf mich ausgestrahlt (Daniel in der Löwengrube)
-    Das tolle Picknick in der Sonne
-    Anders die Kirche in San Salvatore – die eckigen Formen und die hellen Wände wirken kalt auf mich
-    Sehr schön war die Fahrt durch die wunderschöne, traumhafte Landschaft:
die Zypressen = zugeklappte Regenschirme
die Pinien = offene Regenschirme

Mittwoch, 14.10.15
-    Stadtführung in Florenz
-    Idee unseres vielseitigen Busfahrers, Herr Bodenmüller, zuerst Florenz von oben anzuschauen, womit er 38 Frauen auf einmal glücklich gemacht hat.
-    Die Taufkirche neben dem Dom, der Dom selbst – wie in Siena mit Marmor verkleidet
-    Wir hatten das Glück, dass die Bilder nicht zugehängt waren (von August bis Ende Oktober)
-    Florenz hat sehr viele Sehenswürdigkeiten, ist eine laute Stadt mit sehr vielen Menschen
-    Auch ich habe mein Glück versucht und dem Florentiner Wildschwein eine Münze ins Maul gesteckt und es gestreichelt, um vielleicht mal wieder zu kommen.
-    Das gute Mittagessen, welches wir durch unsere Reiseleiterin erhalten haben; endlich mal wieder Salat!
-    Herumirren auf den Straßen, um den Busparkplatz wieder zu finden.

Donnerstag, 15.10.15
-    Pisa, mit dem Platz der wunder, der schiefe Turm, das Babtisterium mit der tollen Akustik und der herrliche Dom – alles aus Marmor
-    Lucca, die Stadt mit den Einkaufsstraßen, die man erst finden muss

Freitag, 16.10.15
-    Stadtführung in Arezzo, Piazza grande
-    Die Stadt war auch schon Kulisse für Filme
-    Das schöne Chiena-Tal
-    Das Picknick am Busparkplatz – natürlich wieder bei strahlendem Sonnenschein
-    Führung zu der Celle des Franz von Assisi, ein schöner Weg
-    Die Präsenz des Heiligen Franz von Assisi
-    Die kleine Kirche dort, gemeinsames Singen in der Kirche
-    Kaffeepause am Busparkplatz
-    Cortona – die sehr steile Stadt am Berg mit 150 m Höhenunterschied

Samstag, 17.10.15
-    Überraschender ausflug nach Montereggio, das kleine ruhige Dörfchen auf dem Hügel mit den wunderschönen Geschäften
-    Die Stille in der Kirche
-    San Gimignano – die Einkaufsstadt mit der preisgekrönten Eisdiele = sehr leckeres Schokoladeneis (Eisdiele „Dondoli“)
Allgemeines:
Das Hotel
-    Die Zimmer sehr eng, aber vom Fenster aus einen tollen Blick auf Siena
-    Das Frühstück war reichhaltig, man konnte jeden Tag einen anderen Kaffee trinken = abwechslungsreich mit selbstgebackenem Kuchen , Speck und Ei
-    Das Abendessen hätte schlimmer sein können. Was fehlte war der Salat und regionales Gemüse wie Auberginen, Paprika, Tomaten, Zucchini
-    Unser Oberkellner war sehr nett und witzig und wir als Gruppe haben wohl auch einen positiven Eindruck auf ihn hinterlassen
Die Gruppe, die Reiseleitung und geistliche Begleitung
-    Schön waren die Abendandachten auf der Terrasse und die Morgenandachten im Bus
-    Treffpunkt abends an der Bar mit Unterhaltung und Lachen
-    Wir haben viel über das Leben der Heiligen Catharina erhalten
-    Der Busfahrer ist einzigartig, kennt sich sehr gut aus, hat Witz und Charme, ist immer freundlich, verwöhnt uns mit Picknick und Kaffee
-    Ich habe in vielen kirchen Kerzen angezündet und dabei an Menschen gedacht, die mir wichtig sind.
-    Wir haben viele Cafés von innen kennengelernt, viele Espressi, Capucchino getrunken, um die Toiletten benutzen zu dürfen, vor denen sich dann oft lange Schlangen bildeten.
-    Die Reiseleitung mit Gabriela Dörflinger und Cäcilia Branz war super und wir hatten ein schönes und gutes miteinander.

„Heute würde man ein solches Kind doch in die Psychiatrie stecken“, meinte eine Teilnehmerin angesichts der Lebensgeschichte der heiligen Caterina von Siena, die mit sechs Jahren ihre erste Vision hatte und sich mit zwölf die Haare abschnitt, weil sie unbedingt ins Kloster wollte. Es ist eine sperrige Heilige, die sich die Berufsverbände der Pfarramtssekretärinnen bundesweit als Patronin ausgewählt haben! Eine, die einen Kreuzzug wollte, bei der sich viel um das Blut Christi drehte, die streng asketisch und aufopfernd lebte, die Päpste und Politiker mahnte, die sich mit Jesus vermählte, seine Wundmale empfing und sein Herz (!), die einen zum Tod Verurteilten zum Schafott begleitete, um seine Seele zu retten. Wir haben auf unserer Siena-Fahrt entdeckt, dass es viele Details gibt, an denen wir Frauen des 21. Jahrhunderts leicht andocken können:
- an ihrem freundlichen Lächeln, das sie für Bittsteller wie für Freund/innen übrig hatte und das ihren Biografen und Beichtvater Raimund von Capua beeindruckte.
- an ihrem Gedanken der „Inneren Zelle“, dem Raum in jeder von uns, in dem wir auch im größten Trubel Stille, Einkehr – und Gott – finden können.
- an der Bedeutung, die sie zwischenmenschlichen Beziehungen gegeben hat: alles , was die einzelne tut, wirkt sich aus, das Gute wie das Böse; und: besondere Beziehungen überdauern den Tod und sind auch in der Ewigkeit besonders.
- an ihrer Strategie der Aufrichtigkeit im Konflikt: in der Krise des sich anbahnenden abendländischen Schismas redet sie parallel den Kirchenführern und den Politikern ins Gewissen, die Gegner sind. Caterina konfrontiert beide Seiten jeweils mit ihrem Anteil an Schuld an dem Konflikt und jeweils mit ihren Möglichkeiten, etwas Konstruktives zur Lösung beizutragen.
- an ihrem kosmischen Gottes- und Menschenbild: Gott ist der/die, der/die ist. Der Mensch ist der/die, der/die nicht ist – oder eben nur insofern ist, als Gott ihm/ihr Leben und Sein schenkt.
Caterina ist eine Herausforderung, und man sollte sie nicht glattbügeln – so waren wir unterwegs auf unserer Wallfahrt. Ich habe gemerkt: Caterina nimmt uns mit auf den Weg.
Cäcilia Branz
Geistliche Begleiterin des BVP Rottenburg-Stuttgart